SECURE-KMU DSGVO & Cyber-Audit

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Regulatorische Vorgaben und IT-Sicherheitsbegriffe kurz und verständlich auf den Punkt gebracht.

Allgemeine Fragen (Gesetze & Standards)

Was ist die DSGVO?

Das ist das europäische Datenschutzgesetz. Es schreibt vor, wie du mit Daten von Kunden, Partnern und Mitarbeitern umgehen musst. Wichtig sind vor allem drei Dinge: Du brauchst eine Datenschutzerklärung auf deiner Website, musst Verträge mit Dienstleistern (wie Cloud-Anbietern) abschließen und dokumentieren, welche Daten du wo speicherst.

Was ist NIS-2?

Eine neue EU-Richtlinie für mehr Cybersicherheit in der Wirtschaft. Sie betrifft vor allem Firmen ab 50 Mitarbeitern in wichtigen Sektoren (wie Energie, Produktion, Logistik). Aber auch kleinere Betriebe müssen aufpassen: Wenn du Zulieferer für einen großen Konzern bist, fordert dieser die NIS-2-Sicherheit oft vertraglich von dir ein.

Was ist ISO 27001?

Ein weltweiter Sicherheitsstandard (Zertifizierung). Es ist kein Gesetz, sondern ein Gütesiegel für deine IT. Viele Kunden verlangen diesen Nachweis heute, bevor sie Aufträge vergeben. Es hilft dir außerdem, gesetzliche Vorgaben wie NIS-2 strukturiert und sauber im Betrieb aufzubauen.

Welche Bußgelder und Haftungsrisiken drohen bei Verstößen?

Sowohl die DSGVO als auch NIS-2 sehen drastische Strafen vor. Bei Datenschutz-Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 20 Mio. € (oder 4 % des Jahresumsatzes), bei NIS-2 sind es bis zu 10 Mio. €.

Besonders wichtig für Geschäftsführer: Bei NIS-2 haftest du im Ernstfall persönlich mit deinem Privatvermögen, wenn du Sicherheitsregeln grob vernachlässigst.

Spezifische Audit-Themen

Was ist ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (VVT)?

Das ist eine einfache Übersicht, in der steht, wer in deiner Firma welche personenbezogenen Daten wozu verarbeitet. Zum Beispiel: Kundenadressen im CRM für den Vertrieb, oder Bankdaten im Buchhaltungsprogramm für die Lohnabrechnung. Das Gesetz verlangt diese Liste zwingend – sie wird bei jeder Datenschutzprüfung als allererstes Dokument angefordert.

Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Ein Vertrag, den du mit jedem externen Dienstleister abschließen musst, der Zugriff auf deine Kundendaten hat oder diese speichert. Typische Beispiele sind dein Cloud-Anbieter, dein externer IT-Supporter oder das genutzte Newsletter-Tool. Mit dem AVV verpflichtet sich der Dienstleister rechtlich, deine Daten sicher zu behandeln und nicht weiterzugeben.

Welche Betroffenenrechte gibt es nach der DSGVO?

Kunden, Partner oder Mitarbeiter haben das Recht zu erfahren, welche Daten du über sie gespeichert hast. Auf Anfrage musst du ihnen diese Auskunft innerhalb eines Monats kostenlos geben. Wollen sie nicht mehr in deiner Datenbank sein, musst du ihre Daten löschen, sofern keine Aufbewahrungspflichten (wie z. B. steuerliche Fristen für Rechnungen) dagegen sprechen.

Was ist ein ISMS nach ISO 27001?

Das ist ein "Sicherheits-System" für deine Firma. Es regelt nicht nur technische Details, sondern Abläufe im Team: Wer darf auf welche Serverlaufwerke zugreifen? Was passiert mit den Passwörtern bei Mitarbeiterabgängen? Welche Regeln gelten im Homeoffice? Ein ISMS sorgt dafür, dass Informationssicherheit systematisch im Alltag gelebt wird.

Warum sind Mitarbeiterschulungen und Awareness so wichtig?

Weil fast jeder erfolgreiche Hackerangriff bei einem Mitarbeiter startet, der aus Versehen auf einen infizierten Anhang oder eine gefälschte E-Mail (Phishing) klickt. Die beste Firewall nützt nichts, wenn das Team nicht wachsam ist. Regelmäßige, praxisnahe Schulungen machen deine Belegschaft zur stärksten Schutzmauer deines Betriebs.

Was versteht man unter Incident Management?

Der feste Plan für den Notfall, falls dein Netzwerk gehackt oder lahmgelegt wird. Dieser Notfallplan regelt ganz genau: Wer zieht den Netzwerkstecker? Welcher IT-Dienstleister hilft uns? Und wann müssen wir den Vorfall laut Gesetz an die Behörden melden? Schnelles, koordiniertes Handeln spart im Ernstfall viel Geld.

Wie funktioniert Patchmanagement?

Software-Hersteller schließen Sicherheitslücken laufend über Updates. Ein systematisches Patchmanagement sorgt dafür, dass diese kritischen Sicherheitsupdates auf allen Firmenrechnern, Laptops und Handys automatisch und schnell installiert werden. Veraltete Software ist eines der leichtesten Einfallstore für Schadsoftware.

Was gehört in ein professionelles Backup-Konzept?

Backups sind deine Lebensversicherung bei Trojaner-Angriffen. Halte dich an die **3-2-1-Regel**: Sichere deine Daten täglich. Verteile sie auf zwei unterschiedliche Medien (z.B. Server und Cloud). Und ganz wichtig: Mindestens ein Backup muss komplett vom Netz getrennt sein (Offline), damit Angreifer es nicht mitverschlüsseln können. Teste regelmäßig das Zurückspielen der Daten.

Was bedeutet Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA)?

Das prinzip kennst du vom Online-Banking: Beim Einloggen brauchst du neben deinem normalen Passwort einen zweiten, unabhängigen Code (z. B. auf einer App auf deinem Handy). Das blockiert fast 99 % aller Identitäts-Diebstähle – selbst wenn Hacker dein Passwort herausgefunden haben.

Was ist Business Continuity Management (BCM)?

Das ist die Vorsorge für den Ernstfall, wenn die IT komplett ausfällt. Wie arbeitet dein Betrieb weiter, wenn E-Mail oder Warenwirtschaft tagelang blockiert sind? Welche Notfallabläufe auf Papier gibt es? BCM sorgt dafür, dass dein Unternehmen liefer- und arbeitsfähig bleibt, bis der Server geordnet wieder hochgefahren ist.

Glossar (Wichtige IT-Begriffe einfach erklärt)

Was ist Ransomware (Erpressungstrojaner)?

Schadsoftware, die all deine Computer, Laptops und Server im Netzwerk verschlüsselt, sodass du nicht mehr an deine Dateien herankommst und die Arbeit stillsteht. Die Erpresser verlangen dann Geld (Lösegeld), um dir den Entschlüsselungs-Code zu schicken.

Was ist Phishing?

Gefälschte E-Mails, SMS oder Internetseiten, die täuschend echt aussehen – zum Beispiel als Nachricht von DHL, Microsoft oder deiner Bank getarnt. Das Ziel ist es, dich dazu zu bringen, auf einen infizierten Link zu klicken, deine Zugangsdaten preiszugeben oder eine Schadsoftware im Anhang zu öffnen.

Was ist ein Air-Gapped (Offline) Backup?

Eine Datensicherung, die nach dem Schreibvorgang physikalisch komplett vom Netzwerk und dem Internet getrennt wird (z. B. eine externe Festplatte im Schrank oder Bänder). Da sie keine Verbindung mehr zum System hat, können Hacker oder Verschlüsselungstrojaner diese Sicherung im Ernstfall nicht erreichen oder zerstören.

Was ist ein Immutable (schreibgeschütztes) Backup?

Eine Datensicherung, die nach dem Prinzip "WORM" (Write Once, Read Many) arbeitet. Sie kann für einen festgelegten Zeitraum von niemandem – weder von Hackern noch von deinen eigenen IT-Administratoren – gelöscht, verändert oder überschrieben werden.

Was ist ein Zero-Day-Exploit?

Ein Hackerangriff, der eine Sicherheitslücke in einer Software ausnutzt, die dem Hersteller selbst noch gar nicht bekannt ist. Da der Hersteller die Lücke nicht kennt, gibt es am "Tag Null" (Zero-Day) noch kein schützendes Update dagegen.

Was bedeuten RTO und RPO?

Das sind Messgrößen für deinen IT-Notfallplan:

  • RTO (Recovery Time Objective / Wiederanlaufzeit): Wie viele Stunden oder Tage darf deine IT ausfallen, bis alles wieder laufen muss, ohne dass der Betrieb pleitegeht?
  • RPO (Recovery Point Objective / Datenverlustzeitraum): Wie viele Stunden an Datenverlust kannst du verkraften? Ein RPO von 24 Stunden bedeutet z. B., dass du im Notfall mit Datenverlusten von maximal einem Tag arbeiten kannst.

Was ist Single Sign-On (SSO)?

Ein Einmal-Login. Du meldest dich morgens an deinem Arbeitsplatz einmal zentral mit deinen Anmeldedaten an und bist danach automatisch in all deinen anderen Programmen (CRM, Mails, Zeiterfassung) eingeloggt, ohne jedes Mal ein neues Passwort eingeben zu müssen.

Was sind TOMs (Technische und organisatorische Maßnahmen)?

Alle konkreten Vorkehrungen, die dein Betrieb zum Schutz von Daten trifft. **Technische Maßnahmen** betrifft die Hardware und Software (z. B. Passwörter, Firewalls, Verschlüsselung). **Organisatorische Maßnahmen** betrifft Abläufe und Regeln (z. B. Schulungen, Zutrittskontrollen für Serverräume, IT-Richtlinien).